Stimmen zum Stamm

Daniel Schiro, Gemeinderatskandidat stellt sich vor.

6’000 Einwohner, friedlich, wohlhabend, die Sonnenterrasse des Appenzellerlands und ein hervorragender Ruf, weit über die Kantonsgrenze hinaus. Eine Gemeinde wie Teufen dürfte kein Problem haben, einen Gemeinderat oder eine Gemeinderätin zu finden. Eigentlich. Nur war dem gar nicht so. Trotz intensiver Bemühungen aller Parteien und Vereine stellte sich über Monate niemand zur Verfügung, den vakanten Sitz im Gemeinderat zu übernehmen. Bis ein Italiener, aufgewachsen im Speicher und seit 12 Jahren in Teufen wohnhaft, sich einbürgern liess und zur Wahl stellte. Daniele Schiro, 39. Jahre alt, verheiratet, Vater einer sechs Monate alten Tochter bewirbt sich als Gemeinderat und stellt sich am Samstagmorgen früh dem FDP-Stamm vor.

 

Wer ist Daniele Schiro? Jemand der Samstagmorgen lieber ausschläft, aber doch pünktlich um 8:00 sich den interessierten Stammteilnehmern vorstellte. Sympathisch, offen, mit Charme und der nötigen Ernsthaftigkeit nahm er zu den verschiedensten Themen Stellung.

 

Was macht Daniele Schiro?

1972 geboren, im Speicher aufgewachsen und dort die Lehre als Hochbauzeichner abgeschlossen. Als 1992 der Stellenmarkt im Baugewerbe nach seiner Lehre trocken war, sattelte er kurzerhand ins Assekuranzgeschäft um. Heute ist er selbstständiger Generalagent Swiss Life, Generalagentur St.Gallen mit 12 Mitarbeitern.

 

Motivation Gemeinderat zu werden?

Gemeinsam mit zwei Kollegen setzte er sich als Anwohner für eine konstruktive Lösung an der Fadenreinstrasse ein. Dabei hatte er zum ersten Mal direkten Kontakt mit der Gemeinde über die üblichen Amtsgänge hinaus. Nach erfolgreichem Abschluss meinten seine Kollegen, ob er sich vorstellen könne, mehr Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen und sich zur Wahl als Gemeinderat stellen würde.

 

Nach intensiven Gesprächen mit Frieda Mösch und Walter Grob lehnte Daniele Schiro ab. Er bekam enormen Respekt vor dem Amt. Frieda Mösch und Walter Grob beliessen es aber nicht bei einer Absage und hackten nochmals nach. Offensichtlich erfolgreich. Daniele Schiro stellte sich zur Verfügung. Es war nur noch ein “Problem” zu beseitigen, als Italiener konnte er nicht antreten. Verheiratet mit einer Schweizerin, erhielt er aber innert kurzer Zeit das Schweizer Bürgerrecht und kandidiert heute für den vakanten Sitz im Gemeinderat.

 

 

Sein Ziel im Gemeinderat?

Im Spannungsfeld zwischen Schlaf- und aktiver Wohngemeinde einen guten Mix für die Weiterentwicklung des Dorfes zu finden. “Mir gefällt es sehr, sehr gut in Teufen. Ich will, dass dies so bleibt. Und ich möchte der Gemeinde etwas zurückgeben”.

 

Ressort?

“Ich werde für den Gemeinderat gewählt und nicht in ein Ressort. Entsprechend übernehme ich jenes Amt, für das mich meine möglichen Gemeinderatskollegen vorsehen”. Dieses Amt wird vermutlich Betriebe und Sicherheit sein, in das er sich gerne einarbeitet. Daniele Schiro führt schon heute bei der Swisslife 12 Mitarbeiter. Entsprechend sollte er gerüstet sein, diese anspruchsvolle Aufgabe mit seinen Amtschefs erfolgreich zu bewältigen.

 

Tunnel oder nicht Tunnel?

Aus Sicherheitsüberlegungen eindeutig ja zum Tunnel. Eine Bahn, die nicht mehr da ist, verursacht keine Unfälle. Dazu kommt, dass der Verkehr in Zukunft eher mehr, als weniger wird. Ein Tunnel ist somit auch eine Investition in die Zukunft. So wie einst die Umfahrung eine Investition in die Zukunft war. Heute wird wohl niemand mehr den Verkehr auf der Umfahrungstrasse im Teufner Dorfkern haben wollen.

 

Ob für die Finanzierung Steuererhöhungen nötig sind oder ob die Gemeinde die Finanzierung über weniger Ausgaben meistern kann, wird ein wichtiger Punkt für die Wähler sein.

 

Ausgleich

“Wegen Knieproblemen nicht mehr so viel Fussball, dafür Tennis. Immer öfter und immer lieber.”

 

 

Es entstand eine lebhafte Diskussion zu verschiedenen Themen. Eines war auch das Ausländerstimmrecht und der Einbürgerungsprozess. Während die Wirtschaft unsere ausländischen Mitbürger gerne aufnimmt und viele Secondos sich in gute Positionen und nach oben arbeiteten, verpasst es die Politik, dieses Potenzial zu nutzen. Einhellig erhielt Daniele Schiro von den Teilnehmern gute Noten und die Frage stellte sich, warum setzen die FDP Teufen das Thema Ausländerstimmrecht auf Gemeindeebene nicht noch einmal auf die Agenda?