Stimmen zum Stamm

Betreutes Wohnen im Gremm

September Stamm der FDP.Die Liberalen

Besucher des HUG, wie das Alters- und Pflegheim Haus Unteres Gremm kurz und bündig genannt wird, mögen sich manchmal über die benachbarte Baustelle gewundert haben: Längere Zeit schien sich nur wenig zu bewegen, nun ist aber an der Stelle des ehemaligen Krankenhauses ein voluminöser Baukörper entstanden, welcher mit eleganten Linien und Beton und Holz Kontrasten durchaus zu gefallen weiss.

Weil sie das Ausschlafen am Samstagmorgen inzwischen verlernt haben, traf sich eine stattliche Anzahl Mitglieder der FDP Teufen zum monatlichen Stamm im HUG. Diesmal war Hansruedi Hörler, Präsident der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft AWG für betreutes Wohnen im Gremm und damit Herr über die besagte Baustelle, zu Gast.

 

In einem kurzen Referat gab er Einblick in das von seinem Sohn entworfene Projekt. Die total 21 Einheiten teilen sich auf 1x2, 8x2.5, 2x3, 5x3.5, 3x4 und 2x4.5 Zimmerwohnungen  auf. Die Mietzinse sollen sich zwischen 1200.00 und 2000.00 Franken bewegen. Wer eine Wohnung mieten möchte, muss mindestens 1 Genossenschaftsanteil in der Höhe von 1000 Franken erwerben und eine Aufnahmegebühr von 500 Franken entrichten. Das Haus ist als Ergänzung zum Pflegeheim zu verstehen und nicht als Konkurrenz. Im Gegenteil man werde eng mit dem HUG zusammen arbeiten.

 

Vom Gemeindepräsident, Walter Grob, wurde mit einem gewissen Bedauern festgehalten, dass sich besorgte Mieter bei der Gemeinde melden würden, da sie noch keine Mietverträge in Händen hätten und ihre jetzige Wohnung doch gekündigt sei bzw. gekündigt werden sollte. Er könne dann jeweils nur darauf verweisen, dass es sich um eine private Bauherrschaft handle und die Gemeinde darauf keinen Einfluss habe. Gemäss Herr Hörler umfasst die Genossenschaft heute ca. 80 Mitglieder und es gibt bereits eine Warteliste, welche nach dem First-In-First-Out Prinzip bearbeitet wird. Die bestehenden Vorverträge werden demnächst in definitive Mietverträge umgewandelt und auch die vorgesehene Homepage www.awg-teufen.ch soll in Kürze aufgeschaltet sein.

 

Das Gebäude ist gemäss Minergie P Standard konzipiert. Allerdings ohne Zwangsbelüftung, mit dem Argument: "Man solle die Fenster noch öffnen können". Einige Stammbesucher mögen sich dabei allerdings kritisch erinnert haben, wie sie bei Besuchen bei älterer Verwandtschaft jeweils nichts lieber getan hätten, als erst einmal die Fenster aufzureissen. Weil gemäss den Vorgaben für betreutes Wohnen Badewannen nicht erlaubt sind, verfügen die Wohnungen "nur" über Duschen. Als Ersatz entsteht ein Wellness Bereich mit Sprudelbad und Sauna. Dieser soll, interessant für die Teufener, auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Ebenso auch der grosszügige Rundgang im Innern des Gebäudes, welcher zum Beispiel Künstlern als Galerie dienen kann.

 

Im Anschluss an sein Referat hat Herr Hörler die Anwesenden durch das Haus geführt. Dass an diesem frühen Samstagmorgen bereits fleissig gearbeitet wurde hat wohl niemanden überrascht. Da ist noch viel zu tun, bis die ersten Mieter am 1. Dezember einziehen werden.

 

Die Wohnungen können durch ihre spannenden Grundrisse spontan faszinieren. Der zweite Blick lässt aber vermuten, dass die Möblierung eine echte Herausforderung werden wird. Einige Teilnehmer konnten sich nicht recht vorstellen, wo sie angesichts der vielen Dachschrägen, ihre Kleiderkästen hinstellen würden. Markanter Mittelpunkt jeder Wohnung ist eine rundum verglaste Loggia. Diese Art Wintergarten ist nämlich nicht als vorangestellter Balkon ausgebildet, sondern in die Wohnungen integriert. Was bei den grösseren Einheiten interessant wirkt, erscheint bei den kleineren aber doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Dort die grossen Fenster öffnen und sich hinter dem eleganten Geländer der Sonne und dem Blick auf den Säntis hingeben zu können, wird aber auf jeden Fall ein grosser Genuss sein.

 

Am Ende des Rundgangs, beim letzten Blick auf das neue Gebäude (und ein altes Appenzellerhaus im Hintergrund) bemerkte ein Teilnehmer: "Nicht schlecht, aber wieder so ein Haus in Teufen ohne Dachvorsprünge! Dabei gibt es doch kein natürlicheres Bedürfnis als sich unterstellen zu können oder die Fassade schützen zu wollen". Der unwissende Laie könnte sich darüber vielleicht mit einer einfachen Erklärung trösten: Die Baumeister der Vergangenheit haben an ihren Gebäuden mitgewerkt. Und das bei Wind und Wetter und nicht am Computer.