Stimmen zum Stamm

Erschwinglicher Wohnraum in Teufen?

Teufen ist leicht überaltert, deshalb soll erschwinglicher Wohnraum für junge Familien an der Bächli/Friedhofstrasse geplant werden. Gewinnmaximierung soll nicht oberstes Ziel bei einer Ueberbauung sein, und die Deponie soll nicht überbaut werden.

 

Ein Bericht der "Tüüfner Post" über eine Planung von Wohnungen auf dem Areal Bächli/ Friedhofstrasse hat viele Teufner- und Teufnerinnen aufgeschreckt. Die Planung von Wohnraum auf der alten Abfalldeponie hat zu emotionalen Kommentaren und Diskussionen geführt. Der FDP-Stamm am 18. Juni 2011 hat das Thema aufgegriffen und Gerhard Frey um Hintergrundinformationen zur Bevölkerungsstruktur Teufens gebeten. Er stellt fest, dass die Altergruppen 0-19 und 20-44 in Teufen leicht unterdurchschnittlich vertreten sind, die Wohnbevölkerung ab 44 aber zugenommen hat.

 

Der Gesprächsleiter, aber auch die Teilnehmenden am Stamm stellen fest, dass Bauen in Teufen nicht nur wegen der teuren Bodenpreise ( 700-1000 Fr./m2) sondern auch wegen der Hanglage teuer ist. Zudem dürfen in unserer Umgebung Mehrfamilenhäuser mit nur wenigen Stockwerken gebaut werden, und die Bodenpreise müssen auf eine kleine Wohnungszahl verteilt werden. Das führt zu höheren Mieten.

Die Teilnehmer vertreten die Ansicht, dass Bauen von Wohnungen gehöre nicht zu den Aufgaben der öffentlichen Hand, da der freie Wohnungsmarkt gut funktioniere. So erwähnt Gery Frei, dass zur Zeit 80 Mietobjekte in Teufen ausgeschrieben sind. Er nennt auch einige Beispiele von Familienwohnungen mit Preisbeispielen: 5-Zimmer, Kurvenstrasse , Lustmühle 1500Fr.;
6 ½ Zimmer Altbau, Stoffel Teufen 1500 Fr.; Alte Haslenstr. 1960Fr.; Alte Speicherstr. 2100Fr.; Speicherstr. 2570Fr. Herr Frei erwähnt, dass in Teufen eher ein gutes Angebot an veralteten Mietobjekten erhältlich ist, dass aber moderne Neubauwohnungen eher Mangelware sind.

 

Investoren sind heute an Wohnkomplexen mit 50 und mehr Wohnungen interessiert. Bei allem was darunter liege, stimme das Verhältnis für viele Investoren von Umtriebe, Aufwand und Ertrag nicht. Nach Meinung von Stammteilnehmenden bilde zum Beispiel die Pensionskasse des Kantons eine Ausnahme von dieser Regel. Pensionskassen sind an langfristigen Investionen interessiert und mit einer Zielrendite von ca. 5% in der Lage, Wohnungen zu anständigen Mietpreisen auf den Markt zu bringen. Ebenfalls denkbar sind Wohnbaugenossenschaften.

 

Stammteilnehmer melden: In anderen Kantonen betreiben die Gemeinden eine aktive Bodenpolitik. Sie kaufen Landwirtschaftsland, zonen ein und erschliessen das Land. Die Kosten werden im Perimeter-Verfahren umgelagert, und es gibt keine Streitereien um die Fahrrechte. Bei uns hat man praktisch immer alles Privaten überlassen und für die Erschliessung mussten Flurgenossenschaften gegründet werden.

Da die Gemeinde im Besitz des Landes an der Bächli/Friedhofstrasse ist, stellt sich die Frage: Soll die Gemeinde einen möglichst grossen Gewinn erzielen, oder soll sie das Land so nutzen, dass erschwinglicher Wohnraum auch für junge Familien möglich wird. Um dies zu ermöglichen, könnte die Gemeinde an eine

  • Genossenschaft verkaufen
  • Das Land im Baurecht abgeben
  • Den Verkauf an Auflagen knüpfen.

Bei einem Verkauf wären folgende Auflagen denkbar:

  • Grösse der Wohnungen definieren
  • Mietzinsgestaltung vorgeben
  • Gestaltung des Bau vorgeben
  • Berücksichtigung der Bevölkerungsstruktur bei der Wohngrösse

Unter den Stammbesuchern herrscht mehrheitlich die Meinung, dass nicht eine Gewinnmaximierung für die Gemeinde oberste Priorität habe, sondern dass es wünschenswert wäre, für junge Familien erschwinglichen Wohnraum zu ermöglichen. Mehrere Stammbesucher sprechen sich zudem für die Variante Abgabe des Landes im Baurecht aus.

 

Die Stammbesucher stimmen überein, dass die alte Deponie nicht überbaut werden sollte. Ohne Deponie können immer noch etwa 50 Wohnungen erstellt werden.

 

Zahlen von Gerhard Frey zur Wohnmarktsituation in Teufen

Bericht von der Tüüfner Poscht zum Areal Bächli/ Friedhofstrasse